Was Tesamorelin tatsächlich ist
Tesamorelin ist ein synthetisches Analogon des menschlichen wachstumshormonfreisetzenden Hormons aus 44 Aminosäuren — der natürlichen Sequenz GHRH(1-44), die der Hypothalamus bildet und die der Adenohypophyse das Signal zur pulsatilen Freisetzung von Wachstumshormon (GH) gibt. Das Molekül ist in allen 44 Resten mit dem nativen GHRH(1-44) identisch, mit einer einzigen entscheidenden Modifikation: einer trans-3-Hexensäure-Gruppe am Tyrosin an Position 1 (dem N-Terminus).[9][10]
Diese Modifikation ist nicht kosmetisch. Natives GHRH wird im menschlichen Plasma innerhalb von Minuten durch Dipeptidylpeptidase-IV (DPP-IV) gespalten, die die ersten beiden Aminosäuren entfernt und die biologische Aktivität aufhebt. Die Hexensäure-Gruppe an Tesamorelin blockiert den Zugang von DPP-IV zur Spaltstelle und verlängert die funktionelle Halbwertszeit so weit, dass eine einmal tägliche subkutane Gabe biologisch sinnvoll wird. Die Plasmahalbwertszeit bleibt kurz — in veröffentlichten pharmakokinetischen Studien etwa 26 Minuten nach einer subkutanen Injektion von 2 mg —, doch die ausgelöste pulsatile GH-Freisetzung dauert länger an, als die Ausgangssubstanz im Plasma verweilt.[1][5]
Mechanistisch ist Tesamorelin ein Agonist am GHRH-Rezeptor, der die körpereigene GH-Ausschüttung der Hypophyse antreibt. Es ist kein exogenes GH und kein IGF-1-Mimetikum. Die in klinischen Studien beobachtete Erhöhung von IGF-1 ist eine Folge des ausgelösten GH, kein direkter Rezeptoreffekt.[9][1]
Weiterlesen:Tesamorelin: Vials und Chargenbericht
