Drei Moleküle, drei Mechanismen
Semaglutide, Tirzepatide und Retatrutide werden oft unter „GLP-1-Arzneimittel“ zusammengefasst, doch nur eines davon ist ein GLP-1-Rezeptor-Agonist mit einem einzigen Signalweg. Die anderen beiden ergänzen dieselbe Inkretin-Biologie um weitere Rezeptoren — ein dualer und ein dreifacher Agonist.[1][2][4]
Der Wegovy-EPAR der EMA beschreibt Semaglutide als GLP-1-Rezeptor-Agonisten, der das körpereigene GLP-1 nachahmt, um Appetit und Nahrungsaufnahme zu regulieren. Derselbe Wirkstoff ist als Ozempic gesondert für Typ-2-Diabetes zugelassen.[1][3]
Der Mounjaro-EPAR der EMA beschreibt Tirzepatide als in gleicher Weise wirkend wie GLP-1 und das glukoseabhängige insulinotrope Polypeptid (GIP). Der GIP-Arm ist der strukturelle Unterschied zu Semaglutide.[2]
Retatrutide geht einen Schritt weiter. Die im New England Journal of Medicine veröffentlichte Phase-2-Studie beschreibt es als dreifachen Hormonrezeptor-Agonisten mit Aktivität an den GIP-, GLP-1- und Glukagon-Rezeptoren. Der Glukagon-Arm ist der strukturelle Unterschied zu Tirzepatide.[4]
