Drei Mechanismen, die auf derselben Achse zusammenlaufen
Die Achse aus Wachstumshormon und insulinähnlichem Wachstumsfaktor 1 (GH/IGF-1) lässt sich auf drei verschiedenen Ebenen ansprechen. Der Hypothalamus setzt GHRH (und Ghrelin) frei, die die Adenohypophyse stimulieren. Die Hypophyse setzt GH frei, das zu den peripheren Geweben gelangt. Die Leber sezerniert als Antwort auf GH das IGF-1, das an IGF-1-Rezeptoren in Muskel, Knochen und Bindegewebe wirkt. Jede Ebene bietet einen anderen Ansatzpunkt — und IGF-1 LR3, MK-677 und Ipamorelin setzen jeweils auf einer anderen Ebene an.[9][1]
IGF-1 LR3 wirkt auf der untersten Ebene: direkt an peripheren IGF-1-Rezeptoren als synthetischer rekombinanter Ligand. Es umgeht die Hypophyse vollständig. MK-677 wirkt auf der obersten Ebene über der Hypophyse: als orales, ghrelinnachahmendes kleines Molekül, das GHSR-1a an den Somatotropen der Hypophyse stimuliert, körpereigenes GH freizusetzen, das dann körpereigenes IGF-1 antreibt. Ipamorelin wirkt auf derselben Ebene wie MK-677 — Agonismus an GHSR-1a — aber als injizierbares selektives Pentapeptid statt als orales kleines Molekül, mit weit kürzerer Halbwertszeit und saubererem Selektivitätsprofil.[5][9][8]
Dieser strukturelle Unterschied ist der ganze Vergleich. Zu sagen „alle drei erhöhen IGF-1“ ist technisch richtig und analytisch leer — Anwendungsweg, Zeitprofil, Nebenwirkungsprofil und Evidenztiefe unterscheiden sich auf eine Weise, die für das Forschungsdesign zählt.[4][1][7]
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